Tote Prostituierte: Angeklagter bestreitet Tat vor Gericht

Posted in News by admin @ Mrz 4, 2010 - Kommentare deaktiviert

Verden – Aus Wut über ihre Trennungsabsichten soll ein 39-Jähriger eine Prostituierte im August 2007 zu Tode gewürgt und geschlagen haben. Ihr damaliger Lebensgefährte stritt jedoch zum Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Landgericht Verden alle Beschuldigungen ab. Sein Mandant habe mit dem Gewaltverbrechen nichts zu tun, sagte Verteidiger Jörg Feldmann im Auftrag des Angeklagten Dirk K., der sich nicht selbst äußern wollte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Arbeitslosen aus Essel bei Schwarmstedt (Kreis Soltau-Fallingbostel) Totschlag vor.

Vor mehr als zweieinhalb Jahren war die 29-jährige Simone M. vom hannoverschen Straßenstrich verschwunden. Erst im Juli 2009 wurde ihre skelettierte Leiche auf einem Betriebsgelände entdeckt. Nach Angaben der Nebenklage war der Angeklagte der Zuhälter der Frau, mit er seit mehreren Jahren zusammenlebte. Er selbst wehrt sich gegen diese Bezeichnung. Nur um seine Freundin zu beschützen, habe der Angeklagte sie immer zu ihren Freiern gefahren, beschrieb der Verteidiger die Rolle des 39-Jährigen. Der Mann, der seit September in Untersuchungshaft sitzt, war in Hand- und Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt worden. Er trug einen schwarzen Anzug, sein blasses Gesicht verriet keine Gefühlsregung.

Ein unbekannter Freier habe die Prostituierte getötet, ließ der 39-Jährige über seinen Anwalt erklären. Die Staatsanwaltschaft aber ist überzeugt, aufgrund von Zeugenaussagen sowie Untersuchungen von Bodenproben und Kleidungsstücken genug Beweise für seine Schuld zu haben. In der Tatnacht will der Angeklagte noch einen Anruf von seiner Freundin erhalten haben, weil er sie abholen sollte. Doch Simone M. sei nicht erschienen.

“Mein Mandant war absolut verzweifelt”, sagte Feldmann. “In Aufregung und Sorge” habe der Mann seine Lebensgefährtin überall gesucht. In der gemeinsamen Wohnung habe er aber nur die damals zehnjährige Tochter des Opfers angetroffen. Dabei habe er etwas gesagt, was das Kind missverstanden habe, betonte der Verteidiger ohne Details zu nennen. Weil das Mädchen nach Angaben der Nebenklage aufgrund der Geschehnisse stark traumatisiert ist, soll es per Video befragt werden, um dem Angeklagten nicht begegnen zu müssen. Die heute Zwölfjährige lebt derzeit in einem Heim. Nebenklagevertreter Matthias Waldraff sagte im Gerichtssaal zu dem 39-Jährigen: “Ich glaube Ihnen an den entscheidenden Stellen nicht. Gehen Sie noch mal in sich und sagen Sie uns die Wahrheit.”

Seit dem Verschwinden von Simone M. hatte die Polizei zahlreiche Suchaktionen und Fahndungsaufrufe nach der jungen Frau gestartet. Sie verliefen jedoch allesamt erfolglos. Im Juli vergangenen Jahres war dann der Zufall den Ermittlern zu Hilfe gekommen. Ein Baggerführer legte die sterblichen Überreste der Frau auf einem Brachgelände in Wunstorf bei Hannover frei. Das Gelände sollte bebaut werden, der Mann war mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt, als er den grausigen Skelettfund machte.

Die Kripo vermutete sofort, dass es sich um die sterblichen Überreste von Simone M. handelte. Schon nach wenigen Tagen wurde die Vermutung zur Gewissheit, die Identifizierung der Getöteten gelang aufgrund des Gebisses. Durch den Skelettfund ergaben sich für die Beamten neue Ermittlungsansätze in dem Fall. Wenige Wochen später war die Polizei überzeugt, genug Beweise gegen Dirk K. zu haben. Er war schon lange vorher verdächtigt worden, etwas mit dem Verschwinden der Prostituierten zu tun zu haben. Der Mann kam in Untersuchungshaft.

Der Prozess wird am 11. März fortgesetzt. Weitere sieben Verhandlungstage sind bereits anberaumt.

(Quelle: welt.de)

Prozesse: Lebenslang für Prostituiertenmord vor fast 20 Jahren

Posted in News by admin @ Mrz 1, 2010 - Kommentare deaktiviert

Fast 20 Jahre nach dem Mord an einer Regensburger Prostituierten ist am Montag ein 43-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Nach Überzeugung des Regensburger Landgerichts hatte der damalige Freier im Sommer 1990 die Frau mit einer Messingvase niedergeschlagen, ihr ein Messer in den Rücken gestochen, sie mit den Händen erwürgt und ihre Tageseinnahmen in Höhe von etwa 500 Mark (255 Euro) gestohlen. Mit dem Urteil folgte die Strafkammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der vorbestrafte Oberpfälzer war erst 2008 aufgrund neuer Spuren gefasst worden. Als die Kripo damals den Fall noch einmal aufrollte, entdeckte sie an zwei Zigarettenkippen aus dem Mülleimer des Callgirl-Apartments DNA des Mannes. Der genetische Fingerabdruck war beim Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) archiviert, da der Mann bereits mehrfach wegen Diebstahls und ähnlicher Delikte verurteilt wurde. Wenige Wochen nach der Haftentlassung wegen einer früheren Tat wurde der Mann dann wegen des Mordverdachts in Nürnberg wieder festgenommen.

In dem Gerichtsverfahren gab er zu, der 35-jährigen Griechin die Vase auf den Kopf geschlagen und sie einige Minuten auch gewürgt zu haben. Angeblich hatte die Frau ihn wegen seines Stotterns gehänselt. Dann habe er die Frau aber auf ihrem Bett liegen gelassen und sei gegangen.

Demnach müsste wenige Minuten später ein anderer Täter in die Wohnung gekommen sein und die schwer verletzte Frau umgebracht haben. Der Verteidiger hatte den Zuhälter der Prostituierten als möglichen Täter genannt. Das Gericht lehnte diese Version eines zweiten Täters jedoch ab.

Das Verbrechen hatte vor zwei Jahrzehnten in Regensburg für viel Wirbel gesorgt. Damals wurden binnen sechs Wochen zwei Prostituierte auf ähnliche Weise umgebracht. Die Frauen hatten ihre Apartments in derselben Straße, die Wohnhäuser lagen direkt nebeneinander. Im Fall einer ermordeten 25-Jährigen wurde bereits nach einem Tag ein Verdächtiger festgenommen. Lange hatten die Ermittler versucht, ihm auch den Mord an der 35-Jährigen nachzuweisen. Erst vor eineinhalb Jahren gab es nach der Festnahme des jetzt verurteilten Mannes Gewissheit, dass die Verbrechen nichts miteinander zu tun hatten.

(Quelle: focus.de)

Betreiber von “Flatrate-Bordellen” angeklagt

Posted in News by admin @ Feb 19, 2010 - Kommentare deaktiviert

Wegen der Ausbeutung rumänischer Frauen und Sozialversicherungsbetrugs müssen sich seit Mittwoch sechs Betreiber von sogenannten Flatrate-Bordellen verantworten.

Angeklagt vor dem Landgericht Stuttgart sind drei Frauen sowie drei Männer, die Bordelle in Stuttgart-Fellbach, Wuppertal, Heidelberg und Schönefeld bei Berlin betrieben hatten. Laut Anklage wird ihnen zur Last gelegt, Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro hinterzogen und als Prostituierte über 200 rumänische Frauen vorsätzlich ohne Arbeitsgenehmigung beschäftigt zu haben.

Außerdem wird ihnen «bandenmäßiger Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft» vorgeworfen. Die zum Großteil auch aus Rumänien stammenden Angeklagten äußerten sich nicht vor Gericht.

64 der rumänischen Prostituierten waren zum Zeitpunkt ihrer Beschäftigung unter 21 Jahre alt. Wie Staatsanwältin Stefanie Bittner-Wendland erläuterte, droht den Angeklagten deshalb ein Jahr Freiheitsstrafe pro Fall wegen Menschenhandels. Das Gesetz sehe dies vor, wenn eine ausländische Person unter 21 Jahre alt sei und unter «ungünstigen Arbeitsbedingungen» arbeitet, die im «auffälligen Missverhältnis» zu den üblichen Arbeitsbedingungen stehen.

Die Prostituierten seien in den vier Bordellen weder in der Lage gewesen, ihre Ansprüche auf Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall einzufordern, noch im Urlaub oder bei einer Schwangerschaft, sagte Bittner-Wendland bei der Anklageverlesung. Die Bordellbetreiber hätten zudem willkürlich Abzüge vom Lohn bestimmt, wenn die Arbeitsleistung nach ihrem Ermessen nicht gut genug gewesen sei.

«Durch diese Handlungen wollten sich die Angeklagten fortlaufende Einnahmen sichern und sich persönlich bereichern», sagte die Staatsanwältin. Die illegale Beschäftigung sollen die Angeklagten verschleiert haben, indem sie die Frauen in ihren Büchern als «Selbstständige» führten.

Der Tageslohn der Prostituierten habe bei 100 bis 200 Euro pro Tag gelegen, die ihnen bar auf die Hand gezahlt wurden. Die Etablissements hatten mit dem Slogan geworben: «Sex mit allen Frauen, solange Du willst, so oft Du willst und wie Du willst». Für einen Pauschalpreis von 70 oder 100 Euro wurden unbegrenzt sexuelle Dienstleistungen, Speisen und Getränke angeboten.

«Das Flatrate-Modell ist nicht Gegenstand der Anklage», erläuterte die Staatsanwältin nach der Verhandlung. Es würden die tatsächlichen Arbeitsbedingungen überprüft, die in den Bordellen herrschten. Das Modell habe allerdings der Staatsanwaltschaft dabei geholfen, nachzuweisen, dass die Prostituierten nicht selbstständig gearbeitet, sondern faktisch in einem abhängigen Arbeitsverhältnis gestanden hätten.

Nach einer bundesweiten Razzia in allen Einrichtungen Ende Juli 2009 waren die Häuser in Heidelberg und Stuttgart-Fellbach wegen hygienischer Mängel geschlossen worden. Auch das Bordell in Wuppertal wurde Stadtangaben zufolge nach den Festnahmen geschlossen. In Fellbach und Heidelberg sind die Häuser mittlerweile von neuen Bordellbetreibern übernommen worden, die keine Pauschalpreise mehr anbieten. In Schönefeld wird ein Flatrate-Bordell unter einem anderem Namen weitergeführt.

Die Sitzung vor der 6. Großen Wirtschaftsstrafkammer wurde nach der Anklageverlesung vertagt, da die Angeklagten keine Angaben zu ihrer Person machen wollten. Vier von ihnen sitzen seit Juli 2009 in Untersuchungshaft. Es sind insgesamt 13 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für den 6. Mai erwartet.

(Quelle: augsburger-allgemeine.de)

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