Legalisiert Großbritannien die Prostitution?

Posted in News by victor @ Jan 7, 2011 - Kommentare deaktiviert

Nach einer weiteren Mordserie fordern Fachleute gesetzliche Regeln für das Gewerbe

Bislang sind Bordelle und Straßenprostitution auf der Insel strafbar

Der Urteilsspruch gegen einen dreifachen Prostituierten-Mörder hat in Großbritannien eine Debatte über die Kriminalität rund ums horizontale Gewerbe entfacht. Der Verband der Polizeiführer Acpo fordert eine Überprüfung der “komplizierten Gesetzeslage”. Bisher ist auf der Insel die Prostitution selbst straffrei; Zuhälterei, der Betrieb eines Bordells und das Herumlungern am Straßenstrich hingegen stehen unter Strafe. Doch nun fordert ein langjähriger Mordkommissionschef aus Yorkshire, der Heimat des Serienmörders, sogar die vollständige Legalisierung von Bordellen. “Unsere Gesellschaft muss erwachsen werden”, sagt Max McLean.

In seinen zwölf Jahren als Leiter der Mordkommission in West-Yorkshire konnte McLean jeden Fall aufklären, nur ein Täter entkam ihm: Der Mord an einer 19-jährigen Prostituierten im April 2001 ist bis heute ungesühnt. Die häufigen Ermittlungen im Rotlicht-Milieu brachten den seit Oktober vergangenen Jahres pensionierten Kriminaler zur Erkenntnis, “dass wir den verletzlichsten Frauen unserer Gesellschaft den Schutz versagen”. Die Sicherheit der Prostituierten könne nur verbessert werden, wenn man das Gewerbe insgesamt aus der Halbwelt heraus und in die Legalität hole. Die gegenwärtige Gesetzeslage mache es Gewalttätern leicht: “Wir warten auf den nächsten Serientäter.”

Das klingt besonders düster aus dem Mund eines Kriminalbeamten aus Bradford, jener Stadt, in der Ende der 70er-Jahre Peter S., der “Schlitzer von Yorkshire”, seine Morde beging und in der auch der jetzt verurteilte Stephen G. lebte. Das Krongericht von Leeds verurteilte den 40-Jährigen zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung. Der geständige Kriminologie-Doktorand hatte drei Frauen vom Straßenstrich aufgelesen, mit einer Armbrust getötet und nach eigenen Angaben Leichenteile verspeist. Bei einer Gerichtsanhörung nach seinem Namen gefragt, antwortete Stephen G.: “Der Armbrust-Kannibale.”

Männer wie G. hat Acpo-Sprecher Simon Byrne im Sinn, wenn er die Einführung einer landesweiten Datei gewalttätiger Freier fordert. Schon heute zeigen Sozialarbeiter und Polizeibeamte in einzelnen Städten Sex-Arbeiterinnen Fotos von Männern, die durch Gewalt gegen Prostituierte aufgefallen sind, um sie zu warnen. Eine Koordination, die auch umherreisenden Tätern vorbeugen würde, gibt es bislang aber nicht. “Wir würden gern eine Debatte darüber führen”, sagt Byrne. “Auch über die Frage, welche Handlungsweisen kriminalisiert werden sollten und welche nicht.”

Das Englische Prostituiertenkollektiv (ECP) wünscht sich die Legalisierung sogenannter Mini-Bordelle, in denen höchstens zwei Frauen arbeiten; das wurde von der Regierung stets abgelehnt.

Seit vergangenem Jahr steht bezahlter Sex mit “ausgebeuteten Personen” unter Strafe, der Paragraf soll im Kampf gegen den internationalen Menschenhandel helfen. Unwissenheit über die persönlichen Umstände der Prostituierten wird nicht als Entschuldigung akzeptiert; wer wissentlich Sex von einer “ausgebeuteten Person” kauft, riskiert eine Anklage wegen Vergewaltigung. Rund 25 000 der “modernen Sklavinnen” gibt es laut Regierung in Großbritannien.

Diese Zahl hält die Nottinghamer Soziologie-Professorin Julia O’Connell Davidson allerdings für eine “groteske” Überschätzung. Zwar seien Ausbeutung und Gewalt im Sex-Gewerbe zweifellos an der Tagesordnung, sagt die Expertin. “Aber nur bei einer Minderheit der Fälle geht es um erzwungene Prostitution.”

Auf der Nachbarinsel geht man den umgekehrten Weg. In Irland erwägt die Regierung die Übernahme des schwedischen Modells, das statt der Prostituierten deren Freier kriminalisiert. Auch die katholischen Iren machen sich über die Sicherheit der Huren Gedanken. Eine Arbeitsgruppe des irischen Justizministeriums hat die Rechtslage in Schweden analysiert. Nun bereitet Minister Dermot Ahern ein neues Gesetz vor, das wie in Schweden, Norwegen und Island schon die Nachfrage nach käuflichem Sex unter Strafe stellt, nicht aber deren Angebot.

(Quelle: welt.de)

München: Frauen zur Prostitution gezwungen

Posted in News by victor @ Dez 9, 2010 - Kommentare deaktiviert

Die Polizei in München ermittelt gegen ein Pärchen: Es soll zwei Frauen zur Prostitution gezwungen haben.

Bereits seit Beginn des Jahres 2010 ermittelt die Kriminalpolizei gegen einen 49-jährigen Münchner Kaufmann und seine Lebensgefährtin, eine 26-jährige tschechische Angestellte, wegen Menschenhandels, Zuhälterei und Erpressung.

Die beiden sollen einer 43-jährigen rumänischen und einer 34-jährigen polnischen Prostituierten unzulässige Vorgaben hinsichtlich ihrer Tätigkeit gemacht haben, um deren Einnahmen zu steigern – berichtet die Polizei.

Hätten sich die beiden Frauen geweigert, drohte das Paar ihnen laut Polizei, deren Familien in der Heimat über ihre Tätigkeit als Prostituierte zu informieren. Auch Prügel durch zwei “Bodyguards” sollen den Frauen angedroht worden sein.

In zwei Fällen soll der Mann von den beiden Prostituierten unberechtigte Geldsummen gefordert haben, die er mit Hilfe seiner “Bodyguards” eintreiben wollte. Zudem soll laut Polizei eine der Prostituierten zum Weitermachen gedrängt worden sein, um ihre vermeintlichen Schulden bei ihrem Arbeitgeber abzuarbeiten.

Aufgrund dieser Ermittlungen erwirkte die Polizei einen Durchsuchungsbeschluss für die Bordellwohnungen im Euroindustriepark. Am Dienstagmittag durchsuchten Kripo-Beamte die Wohnung und verhafteten den 49-jährigen Kaufmann.

Bei seiner Vernehmung hielt er sich jedoch bedeckt. Er wurde am Mittwoch dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der den Mann gegen Zahlung einer Kaution in fünfstelliger Höhe wieder auf freien Fuß setzte.

Seine Lebensgefährtin machte ebenso keine Angaben und wurde wieder entlassen. Die Ermittlungen dauern an.

(Quelle: augsburger-allgemeine.de)

Zuhälter muss ins Gefängnis

Posted in News by victor @ Dez 6, 2010 - Kommentare deaktiviert

Das Amtsgericht schickt den ersten Zuhälter der bulgarischen Familienbande ins Gefängnis. Die Männer hatten junge Mädchen brutal zur Prostitution gezwungen und “Frauen als Ware angesehen”.

Bonn/Bornheim – Das erste von zwölf Verfahren gegen Zuhälter, die den Bonner Straßenstrich in der Vergangenheit mit Prostituierten aus ihrer Heimat Bulgarien überschwemmt haben sollen, ist nun vor dem Amtsgericht zu Ende gegangen. Ein 20 Jahre alter Angeklagter wurde – wie vom Staatsanwalt beantragt – wegen Zuhälterei, schweren Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und Körperverletzung nach Erwachsenenstrafrecht zu einer zweijährigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt.

„Frauen als Ware angesehen”

Zwar spielte der junge Mann laut Urteil in den „kriminellen Familienstrukturen“ – es sollen die Mitglieder von insgesamt drei Familien beteiligt gewesen sein, die auf dem Straßenstrich und in Hotels in Bornheim agierten – nur eine untergeordnete Rolle. Aber auch der 20-Jährige habe „Frauen als Ware angesehen“ und sein Handeln bis zuletzt verharmlost. Am zweiten Verhandlungstag hatte sich der Angeklagte zu den Vorwürfen geäußert. Seine Einlassung, dass er von den Machenschaften der Verwandtschaft nichts mitbekommen haben will und von einer der Frauen gebeten worden sei, auf sie aufzupassen, werteten Gericht und Staatsanwaltschaft als nicht nachvollziehbar.

15-Jähriger war Zuhälter von 17-Jähriger

Vielmehr dienten die Aufenthalte des 20-Jährigen in Deutschland laut Urteil „ausschließlich dazu, Straftaten zu begehen“. So wurde dem jungen Mann eine 21 Jahre alte Frau zugeteilt, die in Bonn eigentlich auf eigene Rechnung arbeiten wollte. Stattdessen wurde sie von dem verheirateten Familienvater zwischen 17 und sechs Uhr auf den Strich geschickt. Er rief sie regelmäßig an und fragte, wie viel sie bereits verdient habe und kassierte ihre Einnahmen. Die 17 Jahre alte Schwester der Prostituierten wurde offenbar dem 15 Jahre alten Cousin des Angeklagten zugeteilt, der sich demnächst ebenfalls vor Gericht verantworten muss.

Mit Schlägen brutal bestraft

Als die 21-Jährige im Juli dieses Jahres kurzzeitig mit einem Freier davonlief, wurde sie nach ihrer Wiederkehr wie im Milieu üblich von dem 20-Jährigen bestraft – mit Schlägen ins Gesicht und auf den Rücken. Nachdem eine Kollegin ausgepackt hatte, wurden neun Verdächtige am 30. Juli festgenommen. Der Angeklagte und zwei weitere Männer waren damals allerdings bereits in ihre Heimat zurückgekehrt. Dort nutzten der 20-Jährige und sein Großvater die Zeit, um die ebenfalls heimgereisten Schwestern mit einer Anwältin aufzusuchen. Die Frauen mussten vorbereitete Erklärungen, die die Männer entlasten sollten, unterschreiben. Doch die Bonner Polizei ließ sich nicht beirren: Die Beamten reisten nach Bulgarien und vernahmen die Frauen erneut. Wie sich herausstellte, hatten die Opfer nur aus Angst vor Repressalien durch die Zuhälter unterschrieben. Sie reisten für den Prozess sogar aus ihrer Heimat an und packten hier aus.

(Quelle: ksta.de)

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