Staatsanwalt fordert lebenslange Haft für «Schwarze Witwe»

Posted in News by admin @ Jun 20, 2008 - Kommentare deaktiviert

Göttingen (AP) Für die sogenannte «Schwarze Witwe» hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe wegen vierfachen Mordes gefordert. Die 69-jährige Lydia L. aus dem Kreis Northeim bestreitet die Verbrechen. Die Beweislast sei aber erdrückend, sagte Staatsanwalt Andreas Buick am Freitag in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Göttingen. Der Verteidiger Klaus Kunze kündigte an, er werde Freispruch beantragen. Der Staatsanwalt forderte für den geständigen Mitangeklagten Siegmund (»Siggi») Sch. 15 Jahre Haft für drei Morde und einen Totschlag.

Der 53-Jährige, der für die Witwe Einkäufe und Arbeiten erledigte, hatte seinem Geständnis das Verfahren ins Rollen gebracht. Bei den vier Morden, denen in der Zeit zwischen 1994 und 2000 vier wohlhabende Rentner zum Opfer fielen, sei Lydia L. die treibende Kraft gewesen, sagte der Staatsanwalt. Ihr Tatmotiv sei bei mindestens drei Verbrechen Habgier gewesen. «Frau L. ging über Leichen, um sich zu bereichern», betonte Buick.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft suchte die Witwe, die im südniedersächsischen Bodenfelde lebte, über Kleinanzeigen gezielt Kontakt zu älteren Männern aus dem ganzen Bundesgebiet. Buick sprach von einem typischen Beuteschema: «Möglichst alt, möglichst allein stehend, möglichst wohlhabend.» Die vier Männer im Alter von 71 bis 84 Jahren stellte die ehemalige Prostituierte demnach vor den Morden mit Schlafmitteln ruhig. Siegmund Sch. habe die wehrlosen Opfer dann mit Plastiktüten oder Kissen erstickt.

Die 69-Jährige beschuldigt ihn, die Männer aus Eifersucht umgebracht zu haben. Aus enttäuschter Liebe zu ihr versuche er nun, sie mit den Verbrechen zu belasten. Dagegen bezeichnete der Staatsanwalt Siegmund Sch. für absolut glaubwürdig. «Er hat Wissen, das nur ein Täter haben kann», sagte Buick.

«Ich-Schwäche erbarmungslos ausgenutzt»

Unstrittig ist, das Lydia L. finanziell vom Tod dreier Männer profitierte. Zudem widersprachen etliche Zeugen im Laufe des Verfahrens ihren Aussagen. Auch die DNA-Analyse eines vor 14 Jahren an einem Tatort gefundenen Papiertaschentuches deutet darauf hin, dass Lydia L. sich damals dort – entgegen ihrer Darstellung – tatsächlich aufgehalten hat.

Siegmund Sch. hatte im Sommer vergangenen Jahres von sich aus die Polizei aufgesucht und die Taten gestanden. Dies und seine Reue wertete die Staatsanwaltschaft als strafmindernd. «Sch. hat aus eigenem Antrieb gestanden, sonst wären die Taten nicht aufgeklärt worden», betonte Buick. Zudem hatte Sch. im Gegensatz zu L. nicht die Absicht, sich durch die Taten zu bereichern.

Ferner hatten psychiatrische Gutachter eine verminderte Schuldfähigkeit des 53-Jährigen nicht ausgeschlossen. Sie attestierten ihm eine sehr geringe Intelligenz und eine Persönlichkeitsstörung. Er sei in hohem Maße beeinflussbar und habe bei Lydia L. familiären Anschluss gesucht. Diese Ich-Schwäche habe die Frau «erbarmungslos ausgenutzt», sagte Buick.

Lydia L. bewerteten die Sachverständigen dagegen als voll schuldfähig. Allerdings hielt Buick ihr zugute, dass sie die Taten alleine vermutlich nicht verübt hätte: «Sie konnte die Morde nur begehen, weil sie einen Knecht gefunden hatte.»

Das erste Opfer musste im Juni 1994 sterben. Der Tote wurde in einem Wohnmobil mit Benzin übergossen und angezündet. Dem zweiten Mord fiel im September 1994 der Ehemann von Lydia L. in Melsungen zum Opfer. Er vererbte der Witwe das Haus, das Siegmund S. später zwei Mal in ihrem Auftrag angezündet haben will, damit sie die Versicherungssumme kassieren konnte. Die Brandstiftung fällt beim Strafmaß nicht mehr ins Gewicht, wie der Staatsanwalt erklärte. Der dritte Mord wurde im April 1995 begangen; die Leiche wurde bei Volkerode in Thüringen verbrannt. Das vierte Opfer wurde auf dessen Grundstück in Springe vergraben.

Die Verteidiger plädieren am Dienstag, 1. Juli. Das Urteil soll am Donnerstag, 3. Juli, gesprochen werden.

Prostitution floriert in Afghanistan trotz Tabus

Posted in News by admin @ Jun 19, 2008 - Kommentare deaktiviert

Kabul (AP) Die kleine Afghanin war gerade elf Jahre alt, als ein beinamputierter Mann sie sexuell belästigte. Er gab ihr hinterher fünf Dollar, woraufhin sie sich zu weiteren sexuellen Handlungen bereiterklärte. Mit 13 Jahren war sie bereits die Haupternährerin ihrer Familie. Als sie sich Sozialarbeitern anvertraute, schickten ihre Eltern den zehnjährigen Bruder zum Zuhälter des Mädchens.

Bittere Armut im Zuge der Wirren langjähriger Kriege zwingt viele Mädchen und Frauen in Afghanistan in die Prostitution. Schätzungen zufolge gehen allein in Kabul rund 900 Frauen diesem Gewerbe nach. Etwa 40 Prozent werden von Familienmitgliedern an ihre Kunden vermittelt, wie die deutsche Hilfsorganisation Ora International herausgefunden hat. In 17 Prozent der Fälle war die Mutter die treibende Kraft, zu 15 Prozent waren es die Ehemänner.

Dass chinesische Prostituierte in den Bordellen von Kabul ihre Dienste anbieten, ist hinreichend bekannt. Ihre Kunden sind in der Regel westliche Geschäftsleute, Sicherheitsbeamte oder auch Mitglieder von internationalen Hilfsorganisationen. Viele Chinesinnen wurden nach eigenen Angaben mit falschen Versprechen nach Afghanistan gelockt. Ihnen sei Arbeit in Restaurants oder in Privathaushalten in der Golfregion zugesagt worden, doch stattdessen seien sie in schäbige Etablissements in Kabul verfrachtet worden.

«Die sind alle freiwillig hergekommen»

Die afghanische Polizei geht mit aller Härte gegen die illegale Prostitution vor. Rund 180 Frauen wurden im vergangenen Jahr in Kabul verhaftet, darunter nach amtlichen Angaben 154 Ausländerinnen zumeist aus China. Sie vor allem sowie ihre westlichen Kunden werden für einen Verfall der Sitten angefeindet, was zu öffentlichen Übergriffen auf Frauen asiatischer Herkunft geführt hat. «Die sind alle freiwillig hergekommen, um ein gutes Geschäft zu machen», erklärt der Chef der Kabuler Ermittlungsbehörde, General Ali Schah Paktiawal.

Diese Einstellung ist bezeichnend. Prostitution ist ein Tabu im streng islamisch geprägten Afghanistan. Ist dies schon für Ausländerinnen ein großes Problem, so ist es für Einheimische gänzlich unmöglich, sich irgendjemandem anzuvertrauen. Nach afghanischem Strafrecht wird Prostitution häufig mit Ehebruch gleichgesetzt, der mit 15 Jahren Haft geahndet werden kann. Nach dem Recht der Scharia könnten verheiratete Prostituierte sogar zu Tode gesteinigt werden.

Angesichts der weitverbreiteten Armut wird dieses Risiko in Kauf genommen. Um sich dennoch ihre Jungfräulichkeit zu bewahren, was für die Ehre unverheirateter afghanischer Frauen unabdingbar ist, praktizieren viele junge Prostituierte nur Analverkehr. Von Kondomen haben die meisten laut einer Umfrage noch nie etwas gehört. Auch die Gefahr von Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten ist ihnen unbekannt.

Angst vor der Familie und den Behörden

«Unsere Gesellschaft ignoriert die Probleme völlig», kritisiert die afghanische Frauenrechtlerin Orsala Aschraf. «Die Tradition besteht auf ihrem Ehrbegriff, also brechen wir mit der Tradition, wenn wir ein Tabu ansprechen.» Hinzu komme, dass viele Mädchen schlicht Angst hätten, ergänzt Dschamila Ghairat von der Hilfsorganisation Frauen für afghanische Frauen – Angst vor der eigenen Familie, die sie umbringen könnte, Angst vor der Polizei, die sie einsperren könnte. Aus diesem Teufelskreis kämen sie kaum noch heraus.

Das Mädchen, von dem eingangs die Rede war, wurde irgendwann aufgegriffen und inhaftiert. Die 13-Jährige kam jedoch wieder frei, weil sie mit den Behörden zusammenarbeitete und nützliche Informationen über einen Ring für Kinderprostitution preisgab. Sie fand Aufnahme bei einer Frauenhilfsgruppe, arbeitete dort in der Küche und erhielt therapeutische Beratung. Doch eines Tages sah eine Sozialarbeiterin sie mit ihrem alten Zuhälter in der Stadt. Seitdem ist sie verschwunden.

Bonn – Straßenstrich Aufstand der Anwohner

Posted in News by admin @ Jun 17, 2008 - Kommentare deaktiviert

Reizthema Bonner Straßenstrich. Jetzt rappelt es richtig. In einem offenen Brief an OB Bärbel Dieckmann machen die Anlieger ihrem Ärger und ihrer Enttäuschung Luft.

Studenten der Uni, Mitarbeiter von T-Systems oder der NoRa Tierbedarfs-GmbH listen auf, was alles so abgeht am Straßenstrich im Bonner Norden: Die Huren würden sich „gegenüber vorbeifahrenden Autofahrern entblößen“. Weiter der Vorwurf, dass Anwohner „von Prostituierten belästigt“, „von Zuhältern bedroht“ würden.

Und dann wäre da noch „Geschlechtsverkehr“, der „am helllichten Tage, unter freiem Himmel, auf privaten Parkplätzen und auch im Sperrgebiet“ ausgeübt werde. Nicht zu vergessen „Fäkalien, Spritzen und weggeworfene Kondome“.

Bonns Oberbürgermeisterin muss sich heftige Vorwürfe gefallen lassen: „Ihre Ordnungsbehörde missachtet den ihr gesetzlich obliegenden Schutz der Jugend ebenso wie die von ihr gesetzlich geforderten Maßnahmen zur Wahrung von öffentlicher Sitte und Anstand in nicht mehr zu verantwortender Weise.“

Auslöser des Zorns: Die Stadt hatte 16 Alternativstandorte für den Straßenstrich untersucht – aber dann mitgeteilt, dass alles so bleibt, wie es ist. Prostitution also weiter an Gerhard-Domagk-Straße und Propsthof.

Die genervten Anwohner fordern von Dieckmann: „Frau Oberbürgermeisterin, schauen Sie nicht länger weg. Handeln Sie!“

Die Stadt weist auf ein für den heutigen Dienstag geplantes Gespräch mit den Anliegern der Gerhard-Domagk-Straße hin. Und: „Es gibt einen Antrag der CDU für den Sozialausschuss im August, dazu wird die Verwaltung Stellung nehmen und dort wird das Thema dann erörtert.“

Im übrigen habe der Straßenstrich (gibt es seit 1969) schon existiert, als die Firmen sich dort ansiedelten.

(Quelle: express.de)

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