Mörder eines Nürnbergers verurteilt

Posted in News by admin @ Dez 2, 2008 - Kommentare deaktiviert

Prag – Das Regionalgericht in Pilsen hat eine tschechische Prostituierte und ihren Mann sowie einen Komplizen verurteilt, die in Karlsbad einen Geschäftsmann aus Nürnberg ermordet und seine Leiche zerstückelt hatten. Das Ehepaar muss für 17,5 Jahre hinter Gitter, der Komplize, ein ehemaliger Elitesoldat, für 16 Jahre. Der Nürnberger Unternehmer hatte die Prostituierte in einem Animierlokal in Nürnberg kennengelernt, wo die Frau arbeitete, und sie im Juni 2007 in ihrer Wohnung in Karlsbad besucht. Dort wurden die beiden vom Ehemann und dem ehemaligen Soldaten überrascht, die den Deutschen töteten. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur CTK beraubten die Verurteilten den Toten und zerstückelten danach die Leiche des Ermordeten. Die Einzelteile verpackten sie in Plastiktüten und vergruben sie in einem Wald bei Sokolov in Westböhmen. Das Verbrechen war aufgeflogen, nachdem die drei mit der EC-Karte des Ermordeten Geld aus Automaten in Westböhmen gezogen hatten.

(Quelle: sueddeutsche.de)

Tödliche Allianz

Posted in News by admin @ Dez 1, 2008 - Kommentare deaktiviert

HIV-Infizierte erkranken besonders leicht an Tuberkulose. Dadurch kehrt das beinahe besiegte und dann vernachlässigte Lungenleiden zurück.

Die Krankheit hatte ihren Schrecken verloren. Mit der Entdeckung der Antibiotika glaubten die Mediziner, die Tuberkulose (TB) in den Griff bekommen zu haben. Dann wurde die Lungenkrankheit vernachlässigt, jahrzehntelang kein neues Mittel entwickelt.

Nun schlägt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alarm: Tuberkulosekeime, die gegen die wichtigsten Arzneien resistent sind, breiten sich mit hoher Geschwindigkeit rund um den Globus aus und machen die Infektion wieder zur tödlichen Bedrohung.

Problematisch ist Tuberkulose insbesondere für HIV-Infizierte. Mit ihrem angeschlagenen Immunsystem haben sie ein 50-fach erhöhtes Risiko zu erkranken, sagt die WHO. Zudem ist schätzungsweise jeder dritte Mensch weltweit mit Tuberkulose infiziert. Doch die Krankheit bricht bei den meisten nie aus – wegen des intakten Immunsystems.

Durch eine HIV-Infektion kann sich das schnell ändern. “Die Immunschwäche fördert den Ausbruch der Tuberkulose”, sagt der Immunologe Timo Ulrichs vom Koch-Metschnikow-Forum, einer deutsch-russischen Wissenschaftskooperation. Eine latente Tuberkulose-Infektion wiederum beschleunige den Ausbruch von Aids. Beide Krankheiten verstärken sich.

Sind die TB-Bakterien zusätzlich resistent gegen Arzneien, kann aus einer chronischen HIV-Infektion schnell ein Todesurteil werden. “Diese beiden Krankheiten bilden eine tödliche Allianz”, warnt auch WHO-Experte Richard Zaleskis. Von den 33 Millionen HIV-Infizierten trage bereits ein Drittel den Tuberkulose-Erreger in sich. “Die Ko-Infektionen sind ein steigendes Problem.”

Erschwerend kommt hinzu, dass Tuberkulose bei HIV-Infizierten schwerer diagnostiziert werden kann. “Mit traditionellen Methoden wie der Mikroskopie werden weniger als 50 Prozent der Fälle erkannt”, sagt Frauke Jochims von Ärzte ohne Grenzen.

Das ist in Entwicklungsländern ein Problem, wo der Transport der Probe zu einem Labor kaum möglich ist. “Es fehlen einfache und leicht bedienbare Schnelltests”, sagt Jochims. Jahrelang hat die Ärztin dort Menschen mit HIV und Aids behandelt. Mit den alten Testmethoden konnte sie oft nicht rechtzeitig feststellen, ob Patienten an Tuberkulose litten. “Im schlimmsten Fall sterben die Erkrankten in der Wartezeit.”

Es fehlen Medikamente gegen multiresistente Erreger

Doch selbst wenn Tuberkulose erkannt wird, fehlen neue wirksame Medikamente gegen multiresistente Erreger. Bis vor einigen Jahren hatte kein Pharmakonzern mehr auf dem Gebiet der Tuberkulose geforscht. Die Antibiotika stammten aus den 40er bis 60er Jahren. Tuberkulose galt bisher als Krankheit der Armen. Jährlich sterben an ihr etwa 1,7 Millionen Menschen, die meisten davon auf der Südhalbkugel. Dort bricht TB unter Armen und Unterernährten leichter aus.

Die Seuche gehört ebenso wie Malaria zu den vernachlässigten Krankheiten. Mit Medikamenten dagegen, so das Kalkül der Arzneimittelhersteller, ließe sich wohl kaum Geld in den Entwicklungs- und Schwellenländern verdienen. Ebenso vernachlässigten die Konzerne die Suche nach einem vorbeugenden Impfstoff, der die Ausbreitung eindämmen könnte.

Nun schwappt die vernachlässigte Seuche zurück nach Europa. “In Osteuropa verbreitet sich HIV sehr schnell und trifft auf die multiresistente Tuberkulose. Diese Kombination ist schlimm”, sagt Immunologe Ulrichs. Am härtesten sei die Situation in der Ukraine und in Estland. Dort sind vor allem Minderheiten betroffen, die einem höheren Risiko für eine HIV-Infektion ausgesetzt sind: Prostituierte, Drogenabhängige, Homosexuelle, Obdachlose, Immigranten und Gefängnisinsassen.

Wie Tuberkulose und Aids wirkungsvoll bekämpft werden, wird eine finanzielle Frage bleiben: “Die Europäische Kommission investiert viel zu wenig in die Forschung zu Tuberkulose”, moniert die Nicht-Regierungs-Organisation Ärzte ohne Grenzen. Demnach gebe die EU-Kommission nur 18,7 Millionen Euro für die Forschung im Bereich Tuberkulose aus. “Weltweit werden jährlich aber 1,45 Milliarden Euro benötigt”, sagt Jochims.

Die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hat versprochen, bis 2010 etwa 600 Millionen Euro in den Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria einzuzahlen. Doch das dürfte nicht ausreichen, meint Wolfgang Bichmann von der KfW-Entwicklungsbank. “Langfristig sollte man nicht nur auf die öffentliche Finanzierung setzen.”

Außerdem müssten von Deutschland finanzierte Hilfsprojekte und -programme darauf ausgerichtet werden, Tuberkulose und Aids gemeinsam zu bekämpfen. Die Therapie beider Krankheiten müsse aufeinander abgestimmt werden, fordert auch WHO-Experte Zaleskis.

Noch stehlen sich nach Meinung vieler Experten auch Pharmakonzerne aus der Verantwortung. Das meiste private Geld für die Erforschung vernachlässigter Krankheiten stammt aus dem Topf der amerikanischen Bill & Melinda Gates Foundation.

(Quelle: sueddeutsche.de)

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