Die Stadt spielt beim Strich auf Zeit

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Für Straßenprostitution ist kein Alternativ-Standort in Sicht – “Verrichtungsgelände” kostet bis zu 300 000 Euro

Bonn. Die Stadtverwaltung tut sich in Sachen Straßenprostitution schwer, die Auflagen des Regierungspräsidenten (RP) zu erfüllen. Dieser hatte die Stadt aufgefordert, auf Dauer die Straßenprostitution wieder rund um die Uhr und nicht wie seit September nur nachts zuzulassen.

Doch “es gibt im gesamten Stadtgebiet keinen Straßenzug, an dem die Straßenprostitution auch tagsüber möglich ist”, teilt die Verwaltung dem am Dienstag tagenden Sozialausschuss mit (18 Uhr im Ratssaal des Stadthauses).

Deshalb will die Verwaltung, dass die derzeitige Sperrbezirksverordnung (Prostitution nur von 20 bis 6 Uhr Am Propsthof und in der Gerhard-Domagk-Straße erlaubt) bis Ende dieses Jahres verlängert wird. In der Zeit will man weiter nach einem Standort für ein so genanntes Anbahnungs- und Verrichtungsgelände suchen.

“Mögliche Standorte werden untersucht, doch auch für ein Verrichtungsgelände ist es in Bonn schwierig, ein geeignetes Grundstück zu finden”, sagte Elke Palm vom städtischen Presseamt. In der Vorlage für den Sozialausschuss ist von zwei privaten Grundstücken die Rede, “die von der Lage her geeignet sind”.

Bei beiden müssen aber noch Gespräche mit den Eigentümern geführt werden. Nach Informationen des GA liegt eines dieser Grundstücke an der Immenburgstraße in der Nähe des Eros-Centers und könnte aus polizeilicher Sicht die Anforderungen in puncto Sicherheit erfüllen.

Doch selbst wenn die Politik diese Lage als geeignet bewerten sollte, könnten die Bebauungskosten eine kontroverse Diskussion entfachen: für die Errichtung von “mindestens sechs einfach gestalteten Verrichtungsboxen”, eines Bürocontainers für die soziale Betreuung der Prostituierten sowie eines zweiten Containers mit Sanitäreinrichtungen würden 185 000 bis 305 000 Euro fällig. Plus jährliche Folgekosten von 250 000 bis 300 000 Euro.

Zugleich weist die Verwaltung darauf hin, dass sich die Situation Am Propsthof gebessert habe, nachdem man zwei Toiletten sowie Abfalleimer aufgestellt habe. “Seit Anfang des Jahres gibt es in einer Testphase von drei Monaten einen zweiten Betreuungstag für die Prostituierten”, sagte Palm.

Viele Frauen auf dem Bonner Straßenstrich sind laut Sozialverwaltung drogenabhängig. Die Anlieger der Gegend – darunter die Universität, T-Systems und Gewerbetreibende – kündigten am Montag weitere Beschwerden für den Fall an, sollten die Auflagen des RP nicht erfüllt werden.

Der Sozialausschuss befasst sich am Dienstagabend unter anderem auch mit dem Thema Methadonsubstitution in Bonn.

(Quelle: general-anzeiger-bonn.de)

33-jähriger hält Frauen in Karsau fest

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Wegen besonders schweren Menschenhandels, Zuhälterei, Körperverletzung und Bedrohung hat die Staatsanwaltschaft einen 33-jährigen Mann angeklagt. Er soll in Karsau Frauen in einer Wohnung festgehalten haben.

RHEINFELDEN. Am ersten Verhandlungstag am Lörracher Amtsgericht schwieg der Angeklagte, der seit ein paar Monaten in Untersuchungshaft sitzt, zu den Vorwürfen.

Die Taten, derer ihn die Staatsanwaltschaft angeklagt hat ereigneten sich zwischen November 2004 und Mai 2005. Nachdem eine der Frauen, die der 33-Jährige zur Prostitution gezwungen hatte, fliehen konnte und zur Polizei gegangen war, war der aus dem Kosovo stammende Angeklagte zunächst untergetaucht oder aus Deutschland abgereist. Im Herbst 2008 wurde er jedoch verhaftet. Der Angeklagte, so die Staatsanwaltschaft, habe in einer Wohnung in Karsau mehrere Frauen festgehalten. Diese durften die Wohnung nicht unbewacht verlassen. Der Angeklagte habe sie zur Prostitution gezwungen. Er habe bestimmt, in welchem Etablissement sie arbeiten und habe 50 Prozent ihrer Einkünfte kassiert. Im Einzelnen mussten die Frauen in Griechenland, in der Schweiz sowie im “Black Bottom” in Grenzach-Wyhlen als Prostituierte arbeiten, hieß es in der Anklageschrift. Damit die Frauen taten, was er wollte, habe der Angeklagte sie mit der Faust ins Gesicht geschlagen, einmal habe er einer Frau auch eine echt wirkende Pistole an die Schläfe gehalten und hörbar durchgeladen. Einer Frau habe er gedroht, ihre Eltern umzubringen. Der Kosovare nahm von einem Deutschen außerdem Geld an, der damit eine der Frauen kaufen wollte. Womöglich sollte der Deutsche dabei aber nur ausgenommen werden.

Der Angeklagte schwieg zu diesen Vorwürfen, eine Hauptbelastungszeugin tauchte am ersten Verhandlungstag nicht auf. Eine heute 24-jährige Frau, die mit dem Bruder des Angeklagten verheiratet war, sagte jedoch vor Gericht aus. Sie bestätigte, dass sie und drei weitere Frauen die Wohnung in Karsau nicht verlassen durften. Sie selbst arbeitete in Breisach und im “Black Bottom” als Animierdame, sexuelle Dienst habe sie aber, im Gegensatz zu den anderen Frauen nie geleistet, betonte sie. Auf die Frage, weshalb die anderen das getan hätten, antwortete sie: “Sie hatten keine Perspektive, was sie machen sollten, und sie hatten Angst, wenn sie weggehen, dass er sie zurückholt.” Eine der Frauen habe allerdings deswegen mitgemacht, weil sie die Geliebte des im Kosovo verheirateten Angeklagten gewesen sei und er ihr ein schönes Leben in Amerika versprochen habe. Sie sei auch als Vermittlerin zwischen dem Angeklagten und den anderen Frauen aufgetreten. Eine andere Frau habe auch vor und nach dieser Geschichte als Prostituierte gearbeitet. Der Angeklagte habe sie jedoch unter Druck gesetzt, sagte die Zeugin. “Ich hatte auch vor meinem eigenen Mann Angst, wenn ich aus der Wohnung ging. Er hat mich täglich geschlagen”, berichtete sie. Sie habe den Bruder des Angeklagten nur geheiratet, weil er abgeschoben werden sollte.

Weil diejenige Frau, der im Mai 2005 in der Schweiz die Flucht gelang und die zur Polizei gegangen war, zur gestrigen Gerichtsverhandlung nicht erschien, musste die Verhandlung vertagt werden. Der Prozess wird am 6. April fortgesetzt.

(Quelle: badische-zeitung.de)

Das Rotlichtviertel im Visier

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Die Bilder gleichen sich. Zehn, fünfzehn, manchmal zwanzig Mannschaftswagen der Polizei brausen ins Bahnhofsviertel, halten mit eingeschalteter Warnblinkanlage vor Bordellen und Striplokalen in Elbe-, Mosel- und Taunusstraße. Beamte steigen aus, laufen schnellen Schrittes in die Etablissements, und dann beginnen Überprüfungen, die sich oft über Stunden hinziehen. Prostituierte, Freier, Wirtschafter – sie alle müssen ihre Ausweise vorzeigen.

Die Frankfurter Polizei hat das Rotlichtviertel ins Visier genommen. Alleine in den vergangenen fünf Wochen gab es vier groß angelegte Razzien – von den Ermittlern “Kontrolltage” genannt. Zuletzt schauten sich die Polizisten am Dienstag und Mittwoch dieser Woche im Bahnhofsviertel um.

Die Ergebnisse der Überprüfungen veröffentlichte die Polizei am Freitag. Insgesamt schrieben sie knapp 60 Anzeigen gegen Prostituierte und ihre Kunden. Dabei ging es einmal um Jugendgefährung, wie im Fall einer 35-Jährigen, die sich sehr leicht bekleidet auf der Straße bewegt habe, wie Polizeisprecher Jürgen Linker berichtet. Vor allem aber ermittelten die Beamten wegen illegaler Prostitution.

Vermehrt seien in den vergangenen Monaten Frauen nach Frankfurt gekommen, die keine Aufenthaltsgenehmigung haben. “Deswegen dürfen sie natürlich hier auch kein Geld verdienen”, sagt Jürgen Linker. Zwischen legal arbeitenden Prostituierten und den Frauen, die aus Ländern außerhalb der EU kommen, habe es bereits “gewisse Spannungen” gegeben, berichtet der Polizeisprecher. Nicht gesetzestreu verhalten sich laut Linker auch Freier, die zu Prostituierten ohne Aufenthaltsgenehmigung gehen.

Der Kampf der Straßenprostitution

Zugleich wollen die Frankfurter Beamten Straßenprostitution bekämpfen. Dass Frauen gegen die Sperrgebietsverordnung verstoßen, kommt laut Polizei immer häufiger vor. Im vergangenen Jahr registrierte die Behörde 234 Verstöße. Laut der Frankfurter Verordnung ist Straßenprostitution nur an der Theodor-Heuss-Allee erlaubt.

Auch in den nächsten Wochen sei im Bahnhofsviertel mit Kontrollen zu rechnen, kündigt Linker an. “Wir wollen nicht die Prostitution abschaffen”, betont er. Es diene dem Schutz der legal arbeitenden Frauen, wenn die Polizei die Szene genau beobachte.

Indes: Beim Verein “Dona Carmen”, der sich für die Rechte von Prostituierten einsetzt, machen sich die Beamten mit den Razzien keine Freunde.

Regelmäßig veröffentlicht der Verein Pressemitteilungen, in denen er ein Ende der “Polizei-Schikanen” fordert. Die Kontrollen schüchterten die Frauen ein. Die Polizei und andere Behörden müssten vielmehr “zivilisierte Umgangsformen mit den Beschäftigten im Prostitutionsgewerbe” einhalten, so “Dona Carmen”.

(Quelle: fr-online.de)

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