Bordellbetreiber klagt gegen die Stadt

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Das Verwaltungsgericht Stuttgart verhandelt am 23. April über die Klage wegen Untersagung eines bordellartigen Betriebes in Bad Mergentheim.

Bad Mergentheim Ein Wohnungseigentümer hatte im Stadtgebiet östlich des Ketterwalds seit Februar 2007 Zimmer an Prostituierte vermietet. Nach Paragraph 1 der Verordnung der Landesregierung über das Verbot der Prostitution vom 3. 3. 1976 ist es “zum Schutze der Jugend und des öffentlichen Anstandes” in Gemeinden bis zu 35 000 Einwohnern verboten, der Prostitution nachzugehen.

Dem Kläger war am 4. Oktober 2007 vom Ordnungsamt die Führung des bordellartigen Betriebes untersagt und für den Fall der Zuwiderhandlung ein Zwangsgeld in Höhe von 1500 Euro angedroht worden (die TZ berichtete).

Der hiergegen eingelegte Widerspruch und ein beim Verwaltungsgericht durchgeführtes Eilverfahren blieben erfolglos. Das Gericht hatte den Eilantrag des Bordellbetreibers zurückgewiesen, da die Prostitutionsverordnung aus dem Jahr 1976 trotz der inzwischen veränderten gesellschaftlichen Anschauungen gültig sei. Sperrgebietsverordnungen könnten nicht aufgehoben werden, da von Prostitutionsbetrieben Gefahren für Jugendliche ausgingen.

Der Kläger wehrt sich in der jetzigen Verhandlung weiter gegen die Untersagung seines Betriebs und macht geltend, diese verletze seine Grundrechte der allgemeinen Handlungsfreiheit, der Berufsausübungsfreiheit und sein Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb. Der Erlass der Polizeiverordnung zum Schutz der Jugend und des Anstandes sei eine Scheinbegründung. Prostitution verstoße nach der heute vorherrschenden Auffassung nicht mehr gegen die Sittenordnung.

Die Verhandlung (1 K 1721/08) ist öffentlich.

(Quelle: suedwest-aktiv.de)

Bulgarin zur Prostitution gezwungen

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Bad Bramstedt – Zum zweiten Mal steht ein Paar vor Gericht, das in einem Bordell in Bad Bramstedt eine 22 Jahre alte Bulgarin zur Prostitution gezwungen haben soll. “Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung” lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft. Der Prozess beginnt am Donnerstag, 23. April, vor dem Schöffengericht in Neumünster um 10 Uhr.

Der erste Prozess war im Februar geplatzt, weil eine Zeugin nicht angereist war. Angeklagt sind ein 38jähriger Mazedonier, der in Hamburg lebt, und eine 37jährige Bulgarin. Sie sollen der jungen Frau 2006 bei der Reise nach Hamburg geholfen haben. Die Mutter eines dreijährigen Sohnes wollte hier arbeiten. Tatsächlich wurde sie, das zumindest ist das Ermittlungsergebnis, zur Prostitution gezwungen. Die Bulgarin wurde im “Weißen Haus” in Bad Bramstedt eingesperrt und Freiern angeboten. Im Bordell musste sie vermeintliche Schulden “abarbeiten”. Außerdem soll das Paar gedroht haben, dass dem Sohn der Bulgarin etwas passiere, wenn sie sich weigere. Der 22-Jährigen gelang die Flucht.

(Quelle: abendblatt.de)

Die schwierige Lage männlicher Huren

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Sie haben es sich nicht ausgesucht, die jungen Männer, die sich rund um die Alte Gasse als Stricher verdingen. Karin Fink, die seit 17 Jahren in der Kriseninterventionsstelle der Aids-Hilfe (KISS) arbeitet, kennt ihre Jungs. Junge Männer aus Deutschland, Süd- und vor allem auch Osteuropa. Bulgaren türkischer Herkunft, zum Beispiel, die in ihrem Heimatland keine Arbeit finden.

Karin Fink, die das KISS seit vier Jahren leitet, spricht von “Armutsprostitution”. Da werde Geld verdient, um es an die Familie nach Hause zu schicken. Und ist es nicht viel, was die Freier zahlen. Ein “Blow-Job” ist für fünf bis 20 Euro zu haben. Eine Preisliste für bestimmte Dienstleistungen gibt es nicht. Mehr als 300 Euro im Monat kommen selten zusammen.

Früher seien männliche Prostituierte häufig schwul oder bisexuell gewesen. Das habe sich heute geändert. Von den Männern, die jetzt anschaffen gehen, seien die meisten heterosexuell veranlagt. Dass sie sich mit homosexuellen Praktiken durchs Leben schlagen, mache sie häufig aggressiv.

“Im Laufe der Jahre ist die Szene immer gewalttätiger geworden”, beschreibt Fink die Situation. Weil es immer mehr Stricher in Frankfurt gebe, hätten “Konkurrenz und Neid” zugenommen. Fink geht davon aus, dass es in Frankfurt “600 bis 800 männliche Prostituierte” gibt. Damit seien 30 Prozent der Prostituierten männlich, konstatiert sie.

Die meisten männlichen Prostituierten seien “Mitte oder Ende 20″. Anders als bei Frauen, die bis “ins hohe Alter” weitermachen könnten, werde es für Männer ab 30 schwierig. Es sei denn, sie würden sich “professionalisieren”, sich beispielsweise auf Sado-Maso-Praktiken spezialisieren. Bordelle mit Männern sind Fink nicht bekannt. Kontakte werden in Kneipen und Bars, in der Toilette oder im Park geknüpft.

Mit einer Kampagne, die zusammen mit der Werbeagentur McCann-Erickson entwickelt wurde, wollen die jungen Männer versuchen, aus ihrem “Randgruppen-Status” herauszukommen. Am Freitagabend, 17. April, wird die Alte Gasse gesperrt, es gibt Aktionen und Reden für einen “respektvollen Umgang in der mann-männlichen Prostitution”.

“Sex ist käuflich, der Mensch nicht”, lautet das Motto. Gemeint ist damit, dass der Freier nur die Leistungen bekommt, für die er bezahlt hat. Der Freier – das kann ebenso gut ein Sozialhilfeempfänger sein wie ein Soziologie-Professor. Alle Berufs- und Altersgruppen sind vertreten.

(Quelle: fr-online.de)

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