Junge Bulgarin flüchtet vor ihren Zuhältern
Zwei Bulgaren haben eine 26 Jahre alte Frau acht Wochen lang in Wilhelmsburg gefangen gehalten und zur Prostitution gezwungen.Jetzt konnte das Opfer fliehen.Die Täter sind festgenommen. Beide sind der Polizei bereits einschlägig bekannt.Dienstagnachmittag hatten Mitarbeiter des Klärwerks Neuhof eine leicht bekleidete, völlig durchnässte und vor Kälte zitternde Frau aufgegriffen, die dort umherirrte.
Zwei Bulgaren haben eine 26 Jahre alte Frau acht Wochen lang in Wilhelmsburg gefangen gehalten und zur Prostitution gezwungen. Jetzt konnte das Opfer fliehen. Die Täter sind festgenommen. Beide sind der Polizei bereits einschlägig bekannt.
Dienstagnachmittag hatten Mitarbeiter des Klärwerks Neuhof eine leicht bekleidete, völlig durchnässte und vor Kälte zitternde Frau aufgegriffen, die dort umherirrte. Eine erste Vernehmung ergab, dass die 26 Jahre alte Bulgarin ein Martyrium hinter sich hatte. Sie war aus ihrer Heimat unter falschen Versprechungen nach Polen gelockt worden. Doch statt eine ganz normale Anstellung zu bekommen, musste die Frau schon dort als Prostituierte arbeiten. Im August wurde die Bulgarin gegen ihren Willen nach Hamburg geschafft. In einer kleinen Wohnung am Ernst-August-Deich hielten Anatoli A. (38) und Sibelzhan I. (44) die Bulgarin wie eine Gefangene. Jeder Versuch von Widerstand wurde gebrochen. Immer wieder bekam die Frau Schläge. Von dem Geld, das die Freier zahlten, bekam sie nicht einen Cent. Jetzt hielt sie es nicht mehr aus. Als sich eine Gelegenheit zur Flucht ergab, lief sie davon. Kilometerweit kämpfte sie sich durch den Regen.
“Wir konnten die Wohnung, in der die Frau als Prostituierte arbeiten musste, schnell lokalisieren”, sagt Hauptkommissarin Ulrike Sweden. “Nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde sie im Rahmen der Gefahr im Verzug durchsucht.” Beamte des Milieudezernats konnten bei der Aktion die beiden Männer festnehmen.
Die Täter sind bei der Polizei bereits seit mehreren Jahren einschlägig bekannt. Nicht nur in Hamburg, auch in Berlin waren beide im Zusammenhang mit dem Rotlichtmilieu auffällig geworden. Einen der Männer hatten die Behörden in der Vergangenheit aus Deutschland abgeschoben. Da Bulgarien mittlerweile in der EU ist, konnte er zurückkommen.
Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen die beiden Bulgaren Haftbefehle. Dem folgte der zuständige Richter. Anatoli A. und Sibelzhan I. sitzen in Untersuchungshaft.
(Quelle: welt.de)

