Das Rotlichtviertel im Visier

Posted in News by admin @ Mrz 6, 2009

Die Bilder gleichen sich. Zehn, fünfzehn, manchmal zwanzig Mannschaftswagen der Polizei brausen ins Bahnhofsviertel, halten mit eingeschalteter Warnblinkanlage vor Bordellen und Striplokalen in Elbe-, Mosel- und Taunusstraße. Beamte steigen aus, laufen schnellen Schrittes in die Etablissements, und dann beginnen Überprüfungen, die sich oft über Stunden hinziehen. Prostituierte, Freier, Wirtschafter – sie alle müssen ihre Ausweise vorzeigen.

Die Frankfurter Polizei hat das Rotlichtviertel ins Visier genommen. Alleine in den vergangenen fünf Wochen gab es vier groß angelegte Razzien – von den Ermittlern “Kontrolltage” genannt. Zuletzt schauten sich die Polizisten am Dienstag und Mittwoch dieser Woche im Bahnhofsviertel um.

Die Ergebnisse der Überprüfungen veröffentlichte die Polizei am Freitag. Insgesamt schrieben sie knapp 60 Anzeigen gegen Prostituierte und ihre Kunden. Dabei ging es einmal um Jugendgefährung, wie im Fall einer 35-Jährigen, die sich sehr leicht bekleidet auf der Straße bewegt habe, wie Polizeisprecher Jürgen Linker berichtet. Vor allem aber ermittelten die Beamten wegen illegaler Prostitution.

Vermehrt seien in den vergangenen Monaten Frauen nach Frankfurt gekommen, die keine Aufenthaltsgenehmigung haben. “Deswegen dürfen sie natürlich hier auch kein Geld verdienen”, sagt Jürgen Linker. Zwischen legal arbeitenden Prostituierten und den Frauen, die aus Ländern außerhalb der EU kommen, habe es bereits “gewisse Spannungen” gegeben, berichtet der Polizeisprecher. Nicht gesetzestreu verhalten sich laut Linker auch Freier, die zu Prostituierten ohne Aufenthaltsgenehmigung gehen.

Der Kampf der Straßenprostitution

Zugleich wollen die Frankfurter Beamten Straßenprostitution bekämpfen. Dass Frauen gegen die Sperrgebietsverordnung verstoßen, kommt laut Polizei immer häufiger vor. Im vergangenen Jahr registrierte die Behörde 234 Verstöße. Laut der Frankfurter Verordnung ist Straßenprostitution nur an der Theodor-Heuss-Allee erlaubt.

Auch in den nächsten Wochen sei im Bahnhofsviertel mit Kontrollen zu rechnen, kündigt Linker an. “Wir wollen nicht die Prostitution abschaffen”, betont er. Es diene dem Schutz der legal arbeitenden Frauen, wenn die Polizei die Szene genau beobachte.

Indes: Beim Verein “Dona Carmen”, der sich für die Rechte von Prostituierten einsetzt, machen sich die Beamten mit den Razzien keine Freunde.

Regelmäßig veröffentlicht der Verein Pressemitteilungen, in denen er ein Ende der “Polizei-Schikanen” fordert. Die Kontrollen schüchterten die Frauen ein. Die Polizei und andere Behörden müssten vielmehr “zivilisierte Umgangsformen mit den Beschäftigten im Prostitutionsgewerbe” einhalten, so “Dona Carmen”.

(Quelle: fr-online.de)

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