Beratungsstelle für Prostituierte eröffnet
Eine neue Beratungsstelle soll beim Ausstieg aus der Prostitution helfen: Die landesweit erste Einrichtung dieser Art mit dem Namen “Roxanne” ist am Montag in Koblenz eröffnet worden.
Die Anlaufstelle soll Prostituierten, die aus dem Geschäft aussteigen wollten, eine Chance auf eine neue Zukunft geben, teilte das Sozialministerium mit. Das Pilotprojekt wolle “Sex-Arbeiterinnen” bei einer beruflichen Umorientierung beraten und unterstützen. “Roxanne”, in Trägerschaft der pro familia Koblenz, erhält vom Land 30.000 Euro im Jahr.
Der Ausstieg sei für viele Prostituierte ein zentrales Thema, sagte Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) bei der Eröffnung. Sinkender Verdienst sowie psychische und physische Probleme veranlassten viele Frauen, aussteigen zu wollen. “Roxanne” könne ausstiegswilligen Prostituierten kompetent zur Seite stehen und praktikable Alternativen aufzeigen. Nach einer aktuellen Untersuchung des Bundesfamilienministeriums will die Hälfte der Prostituierten in Deutschland nicht länger als drei Jahre in der Szene arbeiten. Bundesweit gebe es zwischen 250.000 und 450.000 Prostituierte.
“Roxanne” will Vertrauen aufbauen
Die Beratungsstelle wolle aber auch für Frauen da sein, die in ihrem Beruf bleiben wollten. Hier könnten Berater helfen, Berufs- und Lebensbedingungen zu verbessern. Am Anfang stehe die Kontaktaufnahme. Es sei wichtig, zunächst Vertrauen zu gewinnen, sagte der Geschäftsführer der pro familia Koblenz, Achim Klein.
Der Name der Einrichtung geht auf einen Hit der britischen Rockgruppe “The Police” zurück, in dem die Prostituierte “Roxanne” besungen wird.
(Quelle: swr.de)
