Als Wellness-Club deklariertes Bordell darf eröffnen
Die Provinz-Posse um das wohl größte Bordell in Osthessen hat ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Der als Wellness-Club deklarierte Edelpuff wird trotz Verbotsverfügung der Gemeinde Eichenzell wie geplant an diesem Freitag eröffnen. „Wir ziehen unser Konzept durch“, bekräftigte der Geschäftsführer von „Das 5. Element“, Florian Kamberi. In dem Etablissement können selbstständige Prostituierte in 15 Suiten käuflichen Sex anbieten. Eichenzells parteiloser Bürgermeister Dieter Kolb sagte: „Der Landkreis Fulda hat dem eingelegten Widerspruch stattgegeben.“ Daher sei die Eröffnung des Bordells in Ordnung.
Kolb sagte jedoch, dass diese Entscheidung nicht endgültig ist: „Es sind noch offene Rechtsfragen zu klären.“ Dem Widerspruch könne man generell stattgeben, wenn das Untersagen der geplanten Nutzung rechtswidrig sei oder eine „unbillige Härte“ darstelle. Kolb schloss nicht aus, das ein wohl folgender Rechtsstreit bis zum Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel führen könnte.
Die Gemeindevertretung von Eichenzell hatte vor kurzem eine sogenannte Veränderungssperre verhängt. Parallel wurde ein Verfahren eingeleitet, damit Prostitution in dem Industriegebiet dauerhaft ausgeschlossen wird. Nach Darstellung der Gemeinde sei zunächst nur ein seriöser Wellness-Club von Investoren geplant gewesen. Dann sei man mit der Ankündigung überrascht worden, dass in dem ehemaligen Bürogebäude auch Sex gegen Bares angeboten werden soll. Rathauschef Kolb ist besorgt um den „guten Ruf des Industriegebiets“ und fürchtet, dass sich weitere Bordelle ansiedeln könnten.
(Quelle: faz.net)

