Bezirkschef kämpft für Sperrbezirk
Ärgernis Prostitution. Seit Jahren laufen Anwohner Sturm gegen den Straßenstrich auf der Kurfürstenstraße in Schöneberg. Auch ein geplantes Laufhaus wollen weder die Nachbarn noch der Bezirk. Bürgermeister Ekkehard Band (SPD) kämpft jetzt erneut für einen Sperrbezirk.
Die Kurfürstenstraße ist seit Jahrzehnten Schauplatz für Elendsprostitution. Hier verkaufen Frauen ihren Körper für wenig Geld, einige von ihnen sind drogenabhängig.Für Aufregung sorgt auch ein geplantes Laufhaus im Wegerthaus an der Ecke Potsdamer Straße. 2007 stellte die Betreiberin den Antrag. In 48 Zimmern sollen dort Prostituierte ihre Dienste anbieten. Direkt über einem Sex-Shop. Der Bezirk lehnte dies im Februar 2008 “wegen sozialer Unverträglichkeit” ab. Auch der Senat war dagegen. Die Antragstellerin, die in Wilmersdorf eine Table-Dance-Bar betreibt, hielt an ihren Plänen fest und ging vor Gericht. Jetzt gibt es einen Ortstermin. Am 19. Mai besichtigt die 19. Kammer des Verwaltungsgerichts den Straßenstrich dort.Der Bezirk will weder das eine noch das andere. “Aus der Sicht des Bezirksamtes gibt es keine rechtlichen Hinderungsgründe für die Einrichtung eines Sperrbezirks beziehungsweise die Festlegung von Sperrzeiten”, antwortete Bürgmeister Band auf eine entsprechende Anfrage der CDU-Fraktion. Und: “Ich empfehle daher, über die CDU-Fraktion eine entsprechende Initiative im Abgeordnetenhaus zu starten.” CDU-Fraktionschef Ralf Olschewski: “Wir werden das auf jeden Fall diskutieren, denn die Situation der Anwohner ist eine Katastrophe.”
(Quelle: bz-berlin.de)

