Bonn – Straßenstrich Aufstand der Anwohner
Reizthema Bonner Straßenstrich. Jetzt rappelt es richtig. In einem offenen Brief an OB Bärbel Dieckmann machen die Anlieger ihrem Ärger und ihrer Enttäuschung Luft.
Studenten der Uni, Mitarbeiter von T-Systems oder der NoRa Tierbedarfs-GmbH listen auf, was alles so abgeht am Straßenstrich im Bonner Norden: Die Huren würden sich „gegenüber vorbeifahrenden Autofahrern entblößen“. Weiter der Vorwurf, dass Anwohner „von Prostituierten belästigt“, „von Zuhältern bedroht“ würden.
Und dann wäre da noch „Geschlechtsverkehr“, der „am helllichten Tage, unter freiem Himmel, auf privaten Parkplätzen und auch im Sperrgebiet“ ausgeübt werde. Nicht zu vergessen „Fäkalien, Spritzen und weggeworfene Kondome“.
Bonns Oberbürgermeisterin muss sich heftige Vorwürfe gefallen lassen: „Ihre Ordnungsbehörde missachtet den ihr gesetzlich obliegenden Schutz der Jugend ebenso wie die von ihr gesetzlich geforderten Maßnahmen zur Wahrung von öffentlicher Sitte und Anstand in nicht mehr zu verantwortender Weise.“
Auslöser des Zorns: Die Stadt hatte 16 Alternativstandorte für den Straßenstrich untersucht – aber dann mitgeteilt, dass alles so bleibt, wie es ist. Prostitution also weiter an Gerhard-Domagk-Straße und Propsthof.
Die genervten Anwohner fordern von Dieckmann: „Frau Oberbürgermeisterin, schauen Sie nicht länger weg. Handeln Sie!“
Die Stadt weist auf ein für den heutigen Dienstag geplantes Gespräch mit den Anliegern der Gerhard-Domagk-Straße hin. Und: „Es gibt einen Antrag der CDU für den Sozialausschuss im August, dazu wird die Verwaltung Stellung nehmen und dort wird das Thema dann erörtert.“
Im übrigen habe der Straßenstrich (gibt es seit 1969) schon existiert, als die Firmen sich dort ansiedelten.
(Quelle: express.de)

