Schlag gegen die organisierte Kriminalität

Posted in News by admin @ Okt 2, 2008

Der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Schleuser (GES), eine Einheit aus Ermittlern des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und der Bundespolizeidirektion Stuttgart, gelang die Zerschlagung einer international agierenden Tätergruppierung aus Afrika.

Am frühen Morgen des 23. Septembers durchsuchten über 550 Einsatzkräfte der Landes- und der Bundespolizei 34 Wohnungen und Arbeitsstellen in Baden-Württemberg (Böblingen, Sindelfingen, Herrenberg, Stuttgart, Jettingen, Nagold, Calw, Murrhardt, Eberbach Asperg, Schwäbisch-Hall und Gerstetten), Rheinland-Pfalz (Worms, Herne) und Nordrhein-Westfalen (Köln). In Sindelfingen, Jettingen, Murrhardt, Eberbach, Calw, Schwäbisch-Hall, Köln, Herne und Worms wurden insgesamt 13 Beschuldigte festgenommen, gegen 12 Personen bestanden im Vorfeld bereits Haftbefehle, eine Person wurde aufgrund der Ermittlungsergebnisse vorläufig festgenommen.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um zehn Männer und drei Frauen, die überwiegend nigerianischer Herkunft sind. Bei den Durchsuchungen wurden geringe Mengen Marihuana und umfangreiche schriftliche Unterlagen aufgefunden, welche derzeit ausgewertet werden.

Der Bande werden die Einschleusung von Landsleuten, die Vermittlung von Scheinehen, Scheck- und Überweisungsbetrügereien sowie der Handel mit Rauschgift in nicht geringen Mengen vorgeworfen.

Auf die Tatverdächtigen aufmerksam geworden waren die Ermittler der GES durch ein früheres Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels, bei dem die eingeschleusten Frauen aus Afrika mit Voodoo-Ritualen zur Prostitution gezwungen worden waren.

Der mutmaßliche Kopf der Bande, ein 43-jähriger Deutscher nigerianischer Herkunft, war damals ins Visier der Ermittler geraten, weil er einer Person ein Mädchen zum “Kauf” angeboten hatte, welches aus Nigeria eingeschleust und ebenfalls der Prostitution zugeführt werden sollte.

Weitere Ermittlungen zeigten schnell, dass offenbar mehr dahinter steckte. Nach mehrmonatigen Ermittlungen kristallisierte sich dann die jetzt zerschlagene Bande heraus, die im Verdacht steht , Scheinehen vermittelt , umfangreiche Scheck- und Überweisungsbetrügereien begangen und einen schwunghaften Handel mit Marihuana betrieben zu haben.

Der mutmaßliche Hauptlieferant des Rauschgifts, ein mit einer Deutschen verheirateter 43-jähriger Nigerianer mit Wohnsitz in Bayern, wurde am 20.September von Polizeibeamten des Polizeipräsidiums Frankfurt im Besitz von 18 kg Marihuana festgenommen. Das Rauschgift hatte der Verdächtige kurz zuvor in den Niederlanden beschafft.

Die Bande erstellte auch Überweisungsträger zu Lasten des Kontos eines Medienunternehmens und zu Gunsten von Konten ihrer Bandenmitglieder.

Ein von der Bande gefälschtes Schreiben, auf dem der Briefkopf des Medienunternehmens abgedruckt war, sollte bei Nachfragen seitens der Bankangestellten den Eindruck erwecken, dass es sich jeweils um einen korrekten Überweisungsvorgang handelt.

In einem Fall wurden so mehrere Tausend Euro erlangt.

Am 23. September klickten dann auch bei den übrigen Tatverdächtigen die Handschellen.

Die Festgenommenen werden im Laufe des heutigen Tages bzw. morgen dem Haftrichter des Amtsgerichts Stuttgart vorgeführt.

(Quelle: stuttgarter-wochenblatt.de)

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